Sie ist kein Spielzeug

Öffentliche Ausschreibungen sind eine wichtige Sache, manchmal sogar wichtiger als das eigentliche Thema.
Die Landeshauptstadt Stuttgart plant also eine Aktion gegen Prostitution von Minderjährigen als Teil eines ganzen Bündels von Massnahmen,
um mit dem Rotlicht-Gewerbe ins Reine zu kommen. Löblich, doch das Gewerbe und damit dieses Anliegen sind komplex und hoch kompliziert. (Nicht zuletzt, weil es ja um was zwischenmenschliches geht und nicht die Erfüllung von DIN-Normen.)
Noch komplizierter wird es dann, wenn aus dem Plan eine öffentliche Ausschreibung wird, denn Vergabestellen machen so gut wie keinen Unterschied zwischen dem Neubau eines Schwimmbades und einer Kommunikationsmassnahme – alles muss wasserdicht sein. Ein besonders übler Punkt ist das Belegen der Sachkunde oder der Nachweis, dass man als Agentur bereits ähnliche Projekte erfolgreich gewuppt hat. Guckt man sich die aktuellen Kampagnen zum Thema an, stellt man ernüchtert fest, es sind einige und die meisten fallen dadurch auf, dass sie so sehr öffentlich aus den verschiedensten Lagern kritisiert werden, dass sie gar nicht mehr gelingen können. Welche Agentur lässt sich schon darauf ein, sich mit Sicherheit in die öffentlichen Nesseln zu setzen?
Im konkreten Fall jedenfalls ist das Ergebnis: kein Ergebnis – keine Nesseln.
Denn die Stadt Stuttgart hat ausgeschrieben, aber keine Agentur darf den Job machen. Im Detail wahrscheinlich/wohlmöglich eine berechtigte Entscheidung, aber insgesamt fragt man sich, was das soll. Jede NGO oder Bürger-Initiative löst Probleme schneller und effizienter. Der zweite Versuch der Agentur-Werbung ähm Auschreibung läuft im Sommer 2015. Mal schauen, ob wer die richtigste Idee erfüllt. Oder ob weiter mit Menschen wie mit Puppen gespielt wird.

 

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Fotokurs mit Kindern – Kleines ganz gross

DSLR und Makro? Mit Kindern? Das soll funktionieren? Tut es! Der Weg dahin ist auch hier das Ziel, liebe Ungläubige.


Fotos: André und Vincent, Produktionsleitung und Edit: Ralf Hoffend

Eine Kamera ist fast so interessant wie ein Lichtschwert, aber eben nur fast. Einen frischgeschlüpften Schmetterling zu finden und zu fotografieren, toppt jedoch beides.
Alles andere ergibt sich aus dem Gespräch und der kindlichen Vorsicht gegenüber dem Motiv – inklusive entfesseltem Blitzen und Kontrolle der Tiefenschärfe mittels Abblendtaste, kleine Stativ- und Händlingkunde sowie alles Notwendige zwischen Blende und Verschlusszeit und den Vorteilen eines Funkauslösers.
Voilá!

Zubehör: Stativ, DSLR (APS-C), 105mmMakro, externes Blitzgerät, eine belebte Wiese. Weitere Details auf Anfrage.

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Kopfschütteln und Missverständnisse beim Marketing

Quelle: Video

Quelle: Video

Opa’s Weisser ist eine Wurst und kommt in den Mund. Etwas Lutschen ist erlaubt, dann aber bitte den Kopf schütteln und schauen, was da wahrlich ist.
Ist der Apostroph ernst gemeint? Oder ein Hingucker – quasi eine Warnung gar? Die Wurst weckt wilde Assoziationen plötzlich und sollte das tatsächlich der Marketing-Trick sein? Gewagt! Aber einen Google-Schritt weiter und dann das:

Video: https://vimeo.com/29032875

(Die Kerze! Am helllichten Tag. Das ist Storytelling!)

Noch Fragen? Ich schon, denn da ist offenbar ein Zusammenhang zwischen dem, was die Foto- und Film-Industrie technisch zu bieten hat und dem, was Anwender (und Werber!) damit machen.

Während also der Wurst-Genuss trotz gelengtlicher Schweinereien hier und da klaglos hoch ist, kämpfen die Fotoindustrie und Handel gegen den Niedergang. Gut, Kameras und/oder Zubehör steckt man nicht in den Mund, braucht man nicht wirklich zum täglichen Überleben, sie sind aber Teil unserer Alltags-Kultur.
Einen Spitzen-Platz der Marketing-Ergüsse – neben all den schlechten Foto-Montagen von Stativ-Herstellern und belanglosen Slogans wie “use your inner eye” – belegt diese wurstige Anzeige:

Quelle: Foto-Morgen

Quelle: Foto-Morgen

Knapp dahinter dann diese:

Quelle: RTC-Solutions

Quelle: RTC-Solutions

Klar, ist auch irgendwie witzig, aber ist es zielführend? Es geht nicht um Fotografie, schon gar nicht um Fotografie als Kunst, sondern um niedere Instinkte wie Verkaufen, Platzhirsch-Gebahren und Zotigkeit. Mal abgesehen davon, dass Frauen als Zielgruppe regelrecht rausgekickt werden: Wer denkt sich sowas aus, wer genehmigt es und wer kauft deshalb ein Produkt XY? Und was macht es dann damit? Mit dem Superzoom am FKK-Strand rumlümmeln?

Natürlich gibt es auch die andere Seite, die Wettbewerbe und Workshops namhafter Hersteller. Aber wer kennt die schon? Und wer kann sie bezahlen? Ein gutes Foto ist selten eine Frage der Kamera-Technik. Solange die Hersteller und der Handel aber am Ziel “Fotografie” vorbeizielen und sich so verraten wie Tamron, darf sich niemand wundern, warum der Foto-Markt in Schieflage ist. Tamron geht es seit gefühlten zwanzig Jahren gleich an: ein banales Architektur-Stück von beiden Seiten des Brennweite-Bereichs abgelichtet, ergänzt um Kameradaten. Toll! Und der Slogan stellt klar, dass es nur um die die Industrie geht. Vielen Dank!

Quelle: Tamron

Quelle: Tamron

PS: Heute ist #tagderbefreiung – da muss auch sowas mal ausgesprochen werden.

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Burg Stettenfels – Freakshow, die coole Variante

Fasziniert, studiert, ausprobiert – habe ich alles getan. Doch dann sind da diese Leute, die es versuchen zu leben. Und dann wird es kompliziert. Die einen hängen ihre Träume raus, die anderen ihre technische Besessenheit. Und in der Kombination wird es gut. Es erweitert den Horizont.

Während in Cannstatt auf dem Stuttgarter Frühlingsfest nun Lederhosen- und Dirndl-Zwang regiert – und Männer nachwievor in die Büsche pissen / Frauen unbefriedigt bleiben (wie auch?) – blüht etwa 40km nördlich ein Romantik-Kult, der nur als familienfreundlich bezeichnet werden kann: Es gibt einen funktionierenden Shuttle-Service vom Bosch-Gelände aus. Und zurück. Der Eintrittspreis, naja, ist okay. Die Burg Stettenfels frisst halt Geld und ist hier und da echt in einem üblen Zustand. Aber insgesamt gibt es für jeden etwas, vom Fressbold bis zum Geschichts-Professor. Und wer auf Verkleiden steht, bekommt sogar noch Nachlass beim Einlass.
Also nix wie hin und mal drüber nachdenken, wie “das” Mittelalter wirklich war – ohne Hygiene, Schule, BGB, Menschenrechte, dafür mit Pest, Inquisition und Stände-Hierarchie.

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WASEN 2015 – Schwarz, Weiss, Farben – das Stuttgarter Frühlingsfest

Wasen Panorama

Vor dem traditionellen Rundgang ein Rundblick über den Wasen-Rasen – noch menschenleer. Achtung: Das Panorama ist nicht nur ein fettes Bild sondern auch ein Speicherfresser. all rights reserved. Mein kostenloser und unverbindlicher Tipp: Bevor die Hölle losbricht, schnell noch hingehen (oder radeln) und die Stille geniessen. Das kickt echt, wie die Jungs sagen würden. Anreise mit dem Fahrrad übers Cannstatter Neckarufer ist angeraten oder aus der City rechts am Leuze vorbei und über die Brücke.

Viel Spass, Ihr zahllosen Wasen-Gänger und Stuttgarter Frühlingsfest-Besucher! Grosse Kultur erwartet Euch. Und vielleicht kann mir jemand erklären, warum der SWR ein Zelt hat? Die LBBW doch auch nicht.

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Projekt Fotonal

https://fotonalx.wordpress.com

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Kamera mit Gebrauchsspuren zu verkaufen – Sonderpreis

Exclusives Schnäppchen: Ricoh Caplio G3 model S. Ein Exemplar mit exclusiven authentischen Gebrauchsspuren zu verkaufen. 1500.-€ (zuzüglich Verpackung und Transport). Die Gebrauchspuren dieser überaus schicken handlichen Digital-Kamera sind so echt, dass die Kamera nicht mehr funktioniert. Nach mehrjährigem harten Einsatz lag die Kamera stromlos und ohne Speicherkarte unbeachtet in einem Schrank. Dann kam sie vor einer Woche wieder zum Einsatz und dotzte real auf den Boden und aus die Maus. Wem das zu authentisch ist, lese bitte unten weiter und wende sich an Leica – deren Sondermodell funktioniert (laut Pressetext) und die wissen – wie ich nun – wie exclusives Marketing funktioniert.  ;-)

RICOH Caplio G3 model S

“… das sich durch ein markantes Produktdesign auszeichnet. So weisen die glänzend schwarzlackierte Kamera und die dazu passenden Objektive als Hommage an eine gebrauchte Kameraausrüstung bewusst herausgearbeitete Abnutzungsspuren auf, wie sie üblicherweise erst nach vielen Jahren unter Dauereinsatz entstehen. Dafür wurde jedes Produkt im Set in Handarbeit und ganz individuell mit einem „used Look“ versehen und ist somit ein Unikat.

Weiteres Merkmal ist die ungewöhnliche Kamerabelederung der Leica M-P aus sehr hochwertiger und robuster Wasserschlange – natürlich aus kontrollierten Quellen, die nicht unter Artenschutz stehen. Dieses, in edlem Schwarz glänzende Material kommt auch für den Kameratragriemen und die Handschlaufe zum Einsatz, die beide im Lieferumfang enthalten sind. Stilecht abgerundet wird das LEICA M-P Set „CORRESPONDENT“ BY LENNY KRAVITZ FOR KRAVITZ DESIGN durch den eigens für dieses Set, „Made in Germany“ gefertigten Koffer, der das Produktdesign aufgreift und ebenfalls mit dem gleichen Leder versehen ist, wie die Kamera.” Quelle: LEICA-CAMERA.COM

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Quelle: http://de.leica-camera.com/Unternehmen/Presse-Center/Pressemitteilungen/2015/Press-Release-Limitierte-Sonderedition-LEICA-M-P-Set-%E2%80%9ECORRESPONDENT%E2%80%9C-BY-LENNY-KRAVITZ-FOR-KRAVITZ-DESIGN

PS: Die Caplio wurde auf künstlichem Schlangenleder aus hochwertigem Material abgelichtet.

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